21 Oktober 2026

Wolken.Riesenrad.Dampflok.

Dies ist keine Ortsangabe von what3words – – Dies sind meine drei persönlichen Hilfsmittel. Metaphern die meiner Fantasie helfen, Gedanken zu Dingen und Situationen im Leben besser bewältigen zu können. Ich gebe diese Ansätze auch gerne weiter, sind sie keine Geheimnisse und ob ihrer Einfachheit auch für fast jede andere Person anwendbar.

Wolken

Komme ich trotz der Notwendigkeit des Schlafens nicht zur Entspannung, suche ich mir gedanklich meinen Ort der Ruhe. Diesen habe ich über das autogene Training gefunden. Verschafft mir aber auch mein Ort keine Ruhe, schaue ich nach oben. Ich gebe den Wolken am Himmel dann meine Gedanken mit und lasse sie davonziehen. Eine nach der anderen. Entweder lösen sie sich in der Ferne auf, oder kehren irgendwann wieder. Aber nicht in diesem Moment – in diesem lasse ich einfach los.

Riesenrad

Mein Kopf, ein riesengroßer Jahrmarkt voller bunter, lauter und heller Gedanken. Liege ich dann da, eigentlich dem Schlaf verpflichtet, und all das Erlebte überschlägt sich mal wieder auf diesem Rummel, gehe ich zum Riesenrad.

Dort wird dann jedes Gedankenpaket in eine Gondel gesetzt. Eins nach dem anderen, bis mir die Gedanken ausgehen. Ich spiele dies vor meinem geistigen Auge wirklich so bewusst durch. Und komme ich an den Punkt, der mich eine gewisse Leere verspüren lässt, kippe ich den großen Hebel mit seinem kugelförmigen, schwarzen Knauf auf AUS. Das Riesenrad hat dann Feierabend bis zum nächsten Erwachen, und kann dann langsam weiterdrehen. Vielleicht steigt der ein oder andere Gedanke dann auch ganz unbemerkt aus.

Dampflok.

Dieses Bild begleitet mich am längsten und ist eine wirkliche Lebenshilfe geworden. Und ich bin hier die Dampflok. Ich bestimme die Geschwindigkeit mit der ich durch das Leben reise. Genauso bestimme ich meine Rast oder ob ich das Tempo drosseln möchte. Und natürlich gibt es Dinge und Situationen auf der Reise durch das Leben, die das Tempo beeinflussen, die mich bremsen. Aber dann überlege ich warum das so ist. Ist dies ein Ballast, den ich als Waggon mitziehe? Oder ist dies ein unweigerlicher Halt, ein Bahnhof oder eben eine Station, an der ich ob ihrer Relevanz halten muss? Wenn ich mir dieses Unterschiedes bewusst bin, fällt es mir wesentlich leichter eine Entscheidung zu fällen. Und ich kann sagen: meistens sind es Waggons. Und die lassen sich leichter abkoppeln als man es sich anfangs vorstellen kann. Dass man einen Waggon abkoppelt, bedeutet ja auch nicht, dass er für immer auf dem Abstellgleis bleibt.

Vielleicht komme ich ja auch noch mal vorbei an diesem Halt und nehme ihn wieder auf. Weil ich wieder die Kraft habe und gewillt bin, diese Herausforderung erneut mit mir zu ziehen. Aber oftmals ist das Lösen von unnötigem Ballast so befreiend, dass es schnell in Vergessenheit gerät. Und dann geht es mit voller Kraft weiter.

Und natürlich klingen diese drei Hilfsmittel geschrieben einfacher, als sie dann in der Umsetzung sind. Nicht immer sind Wolken am Himmel, ist er dann einfach nur trüb, grau und schwarz. Manchmal ist er auch wolkenlos, also Gedanken-, und ja, fast schon sorgenfrei.

Und auch reichen die Gondeln meines Riesenrads manchmal nicht aus, für all die Dinge, zu denen sich meine Gedanken verpflichtet fühlen. Genauso wie die Dampflok manchmal auch vor einer plötzlichen Weiche steht und ich den weiteren Weg abwägen muss.

Aber das ist das Leben! 

20 Oktober 2026

Die Spiegel sind beschlagen.

Was ist das nur mit den Menschen, dass ihre Selbstwahrnehmung immer verschobener wird? Wer oder was erzwingt diese Arroganz, diese unglaubliche Ignoranz und das Misstrauen? Ist das Spiegelbild so trüb, dass sie ihre geradezu ins Gesicht geschrieben Boshaftigkeit selbst nicht mehr erkennen? Ich bin müde der Worte, ich bin sogar zu müde, nur den Ansatz zu denken, in entscheidenden Situationen etwas zu sagen. Ich möchte mich gedanklich erst gar nicht mehr anstrengen müssen. Es sind zu viele Spiegel.

15 Oktober 2026

Der Freakmagnet im Amöbenstaat.

Ziehe ich die "Freaks" da draußen tatsächlich mehr an, als ihr anderen. Oder bin ich feinfühliger, sensibler und habe die besseren Antennen?

In unserem Amöbenstaat, einer Umwelt in welcher sich Menschen immer mehr so verhalten, als basiere deren potentielle Intelligenz, oder viel eher noch, ihr argwöhnisches Verhalten auf der Tragfähigkeit von nur einer einzigen Zelle. Und wahrscheinlich wissen Amöben noch immer was sie tun.

Ich grenze mich davon nicht aus ein Freak zu sein, keines Wegs! Wir sind alle in gewisser Weise Freaks, ist dies meine persönliche Beschreibung für individuelle Eigenschaften, irrationale Gewohnheiten und die absurdesten Handlungen da draußen.



14 Oktober 2026

Kammerflimmern auf dem Jahrmarkt.

Nein, es geht nicht um einen kardiologischen Notfall. Noch nicht. Ich versuche hier den Moment zu beschreiben, wenn es nachts wieder wild wird im Kopf. 

Seit einiger Zeit werde ich oft nachts wach. Und in den letzten Nächten spielte mein Verstand besonders verrückt, überforderte mich. So intensiv, dass ich minutenlang versuchte mich selbst zu sammeln und das einzuordnen, was in meiner Kammer vor sich geht. Ein wirres Flimmern von Bildern, Szenen und Gefühlen. 

In einem Blitzlichtgewitter ziehen diese vielen Eingebungen wie endlose Filmstreifen, in unkontrollierten Bahnen durch mich hindurch. Schaffe ich es dann mal einen Gedanken zu halten, überfordern mich gleichzeitig die anderen, die schon nervös und hektisch auf mich einprallen. Sich sinnbildlich zusammenrollen und dabei mit anderen Gedanken verknoten. 

Das klingt vermutlich schwer nachvollziehbar. Es ist auch nicht leicht, diesen Zustand zu beschreiben. Ich versuche unterdessen zu verstehen, was da in mir vor sich geht. Gehe vor meinem geistigen Auge einen Schritt aus mir selbst heraus. Und es erschlägt mich und überwältigt mich ob der Tatsache, dass ich nicht Herr der Lage bin. 

Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, in dem ich es dann endlich schaffe an mein Riesenrad zu denken. Was es damit auf sich hat, schreibe ich beim nächsten Mal.

 

13 Oktober 2026

Guten Morgen, Sie Arschloch!

Ich liebe das Fluchen. Und wie ich es liebe! Und die Wut, die muss ja raus, das habe ich nun so gelernt. Kraftwörter, Ausdrücke und vulgäre Sprache vermitteln mir ein so befreiendes Gefühl, wenn ich mal ganz für mich drauf los fluchen kann. Am besten im Auto, in diesem wohligen Schutzraum in dem mich niemand hören kann. Und der Straßenverkehr bietet ja bekanntermaßen kontinuierlich Vorlagen, die übelsten Beschimpfungen hinauszuposaunen. Man sollte dabei selbstverständlich darauf achten, entsprechende Hand- und Fingergesten zu vermeiden.

Das gelingt mir auch in den meisten Fällen. Und eigentlich bin ich mittlerweile friedliebender und wesentlich entspannter als in meiner Vergangenheit. Ich hatte genug Zeiten und Momente in Groll und unter einer schwarzen Wolke wandelnd. Einer Wolke welche mir Freude und Lächeln nahm. Und ich bereue dieser Tage mehr denn je, in denen ich mich oft sogar bewusst in schlechte Stimmung versetzt habe. Rückblickend peinlich und völlig absurd.

So selbstreflektiert ich heute auch bin, Wut und Groll will ich aber auch nie mehr hinunterschlucken. Wenn meine Grenzen überschritten werden, wenn mir Unrecht getan wird, dann äußere ich das. Ich versuche hierbei immer darin zu unterscheiden, ob mir eine Begegnung oder eine Situation in irgendeiner Form Nachteile oder gar Schaden zufügt. Ist dem so, äußere ich dies. Erkenne ich keinen Nachteil und stelle vielmehr die Blödheit des Gegenübers oder den Stumpfsinn einer Situation fest, erlange ich mittlerweile ein Schmunzeln und schaffe sogar den stillen Rückzug. Und eine der wichtigsten Erkenntnisse der letzten Jahre für mich ist, dass ich Menschen in Ihrem Verhalten nicht (ver-)ändern kann.

Je selbstreflektierter ich werde, desto feinfühliger werde ich aber auch. Ich sehe wie unsensibel Menschen sind. Wie egoistisch, ignorant und ja, a-sozial, sich eben nicht in die Gemeinschaft oder Gesellschaft passend verhalten. Mit hochsensibler Wahrnehmung durch so eine Welt zu gehen, das verlangt mir einiges ab. Aufregen will ich mich eigentlich nicht mehr. Dennoch empfinde ich die Welt fast täglich als so unfair, versuche ich doch alles zu tun, um niemandem einen Nachteil zu bereiten, oder meine Umwelt durch mein Verhalten negativ zu beeinflussen.

Und dann passiert es eben doch ab und zu, das ein kleiner Fahrfehler des vor mir Fahrenden dazu führt, dass ich die Musik lauter drehe und mit dem Klang der Melodie, eine Batterie an Schimpfwörtern rauspruste.

11 Oktober 2026

Aller Anfang ist schwer.


Welch abgedroschene Floskel und doch ist sie wahr. 

Nachdem mein erster, neuer Beitrag unter der Headline Panta Rhei platziert wurde, knüpfe ich mit diesem KI-generierten Bild an den heutigen Beitrag an. 

Denn auch wenn alles im Fluss zu sein scheint, ermüden mich die vielen Gedankenströme. Und nicht viele Menschen können die Anstrengungen nachvollziehen, die ein schier rast- und ruheloser Kopf bewältigen muss. Tag für Tag, Stunde für Stunde, sogar in den vielen Sekunden der Nacht. 

Ich habe es mal so gezeichnet: Ein offenbar normal denkender Mensch schafft es, seine Gedanken in geordnete Bahnen zu bringen. Wie in einer unendlichen Pipeline rauschen die Gedanken und geplanten Abhandlungen nacheinander durch das Gehirn. Hier und da wird mal ein Gedanken geparkt, um später darauf zurückzukommen. Es muss eine tolle Gabe sein, ich kann mir das kaum vorstellen.

Bei mir allerdings herrscht Chaos. Ein riesengroßes Delta aus parallel laufenden Gedankenströmen, überholt sich permanent. Wasser das fließt, lässt sich schwer parken. Und so ist die Tatsache, Gedanken nicht parken zu können ein stetiger Stressor. Aufschreiben funktioniert nicht, ich habe es so oft versucht und mich wortwörtlich verzettelt. Stattdessen landet alles im großen Ozean meiner Gedanken, kommt zusammen, verliert sich, oder taucht auch mal wieder auf.

Ich war so gut darin, dieses Fließen kontrollierter laufen zu lassen. Doch seit Tagen plagt mich eine Flut, die mir den Schlaf vergönnt. Und es gleicht schon fast einem Tsunami, wenn ich mit Druck im Kopf und Sausen in den Ohren aufwache. Der Rücken verspannt und fest wie ein Schalungsbrett, ausgelöst durch das Pressen der Kiefer.
Ich weiß, dass ich diesen Fluch nie loswerde und so muss ich zwingend wieder an mir arbeiten. Die Werkzeuge sind da, das Anwenden gerät aber so oft in Vergessenheit.
Wegen dieser vielen Gedanken.

10 Oktober 2026

Panta Rhei

Samstag Mittag, ein sonniger Tag im Oktober. Einer dieser Tage, der mit so vielen andere Dingen verbracht werden könnte. Stattdessen sitze ich im Sessel, die Sonne brät mich durch das große Fenster, hinter mir, irgendwo im Plissee surrt und krepiert eine Fliege. Der Hund schnauft, die Uhr tickt leise und der Raumluftbefeuchter surrt sein stilles Lied.

Und aus einer tiefen und verzweifelt anmutenden WhatsApp-Konversation, die genau im Kontrast zu diesem sonnigen Moment steht, lande ich hier.

Es gibt ihn also noch immer, diesen Blog. Verwaist und leer. Alles gelöscht, was damals digitale Ergüsse dieser wirren und irren Welt gespiegelt hat. Und es ist nicht besser geworden. Und auch nicht anders. 

Obwohl, es ist besser. Nicht alles, aber vieles. Zumindest in meinem Leben. Und auch kann ich noch immer nicht alles, aber nach wie vor vieles. Wo möglich, sogar mehr denn je. 

Ich schau mir das hier jetzt alles erst einmal an. Denn auch blogspot hat sich geändert.

Doch zu allererst befreie ich die Fliege.