
(nur Symbolbild)
Die Nachbarin begegnet mir vor der Haustüre mit duftenden Brötchen. Sie spaßt und fragt ob ich noch mein Navi einstellen muss, als ich die Listen an meinem iPod durchgehe. Als sie mir einen schönen Tag wünscht, im Hausinneren verschwindet, setzt 'Show me what you got' von Limp Bizkit ein und ich kann es kaum glauben, als sich mein Blick automatisch gen plötzlichen Lichtschlitz im Haus gegenüber wendet und ich die blanken vollen Brüste einer Nachbarin erhasche. Dass ich dies hier nicht bildlich widerlege, erklärt sich von selbst, habe ich mich doch direkt davon gemacht.
Zur Zeit und wohl noch eine ganze Weile, unterwegs mit dem Rad meiner Holden. Denn pünktlich mit dem ersten kalten andauernden Einsatz des Herbst-Wetters, gab mein hinteres Radlager an meinem Rad neulich den Geist auf. Nach gut dreieinhalb Jahren und circa 20000 Kilometern, ist der Sieg über den Kampf mit dem Namen "wer bricht zu erst" mit einem eins zu null an das Radlager gegangen. Und das Tretlager knirscht und knarzt, als folgte es schon sehr bald dem Sieger. Aber das soll auch die einzige niederschlagende Nachricht für heute sein. Nachdem Holde doch meinte, mein letzter Blog-Eintrag wäre zu zynisch und viel zu negativ gewesen!
Ja, wenn ich so Revue passieren lasse, und darüber nachdenke was ich so alles mit und auf dem Fahrrad erlebe... Da sind die vielen verschiedenen Fußgänger, diese unzähligen Freaks und diese gewissen Momente, die unendlichen Adrenalinschübe verursacht durch die zahlreichen Beinahezusammenstöße mit Autos. Und, da sind die besonders lustigen erheiternden Momente. Dazu gehört, ganz oben auf der Skala, das Ärgern von Chinesen.
Wenn ich manchmal mittags von der Arbeit komme, kann ich es mir nicht nehmen lassen, am Beethoven-Geburtshaus vorbei zu fahren. Dort tummeln sich an jedem Tage Scharen von Touristen. Oft Chinesen, bewaffnet mit Kameras aller Art. Und wenn sie dann vor dem Haus so im Halbkreis stehen, die Kameras im Anschlag, ihre Liebsten posieren mit 'Peace-Fingern' und Grins-Gesichtern, dann kommt der Moment. Der Moment wo ich die Geschwindigkeit drossle und mich in Muskel-Protz-Geste mit angehobenen und angewinkelten Armen, also freihändig, an ihnen vorbei rollen lasse. Genau dann wenn das Blitzlichtgewitter nieder prasselt. Es führt zur totalen Verwirrung und sprachlosen Gesichtern.
Und mittlerweile habe ich drei Touristen-Spots ausfindig gemacht, die auf meinem Weg liegen. Aber kein Ort ist für diesen Spaß so treffend wie das Beethoven-Haus.
Apropos Beethoven, da bin ich doch wieder bei Musik. Bald stehen wieder Konzerte an und ich bin gespannt was mich diese Saison noch erwartet.
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